Verschärfte Kontrollen elektronischer Geräte bei US-Reisen

Aufgrund der fortwährenden Bedrohung durch terroristische Anschläge, insbesondere auch im internationalen Flugverkehr, hat die US-Regierung strengere Sicherheitsmaßnahmen für Einreisende in die USA angekündigt. Diese betreffen alle Flüge von über 280 Flughäfen in mehr als 100 Ländern. Das Heimatschutzministerium begründet diese verschärften Maßnahmen mit zahlreichen Versuchen von Terroristen, in naher Vergangenheit verschiedene Sprengmittel mit in die Flugzeuge selbst geschmuggelt zu haben, um Anschläge auszuüben.

Die strengen Kontrollen betreffen aber nicht nur die genaue Überprüfung von Personendaten sowie die getragene Bekleidung der Reisenden und ihr Handgepäck an sich, sondern vor allem auch elektronische Geräte, die größer als ein Smartphone sind. Dazu zählen unter anderem iPads, Notebooks, Tablets und eReader.

Noch im März dieses Jahres hatten die US-Behörden die Mitnahme größerer elektronischer Geräte im Handgepäck für Reisende über bestimmte Fluggesellschaften gänzlich verboten. Das umstrittene Verbot betraf insbesondere Airlines in muslimisch geprägten Ländern wie mehrere Staaten in Nordafrika, der Türkei und dem Nahen Osten. Insgesamt sind zehn Flughäfen betroffen, welche direkte Verbindungen aus diesen Ländern in die USA anbieten. Begründet wurde das Verbot mit der zunehmenden Gefährdung durch Terroristen aus muslimisch geprägten Staaten, da diese in den Geräten Sprengsätze verstecken könnten. Passagiere, die diese Direktflüge gebucht haben, müssen Laptops, Tablets und ähnliche elektronische Geräte seitdem am Check-in-Schalter als Gepäck mit aufgeben.

Mit den nun insgesamt strengeren Kontrollen für alle Einreisenden in die USA, könnte das oben genannte Verbot jedoch aufgehoben werden. Das bedeutet, dass auch Reisende, welche über Direktflüge aus muslimischen Ländern in die USA einreisen, ab sofort ihre elektronischen Geräte doch wieder als Teil des Handgepäcks mit an Bord des Flugzeugs nehmen können. Insbesondere für Geschäftsreisende bedeutet diese Regelung eine Erleichterung. Allerdings betont die US-Regierung aber auch, dass das im März festgelegte Verbot nur dann aufgehoben werden kann, wenn die betroffenen Flughäfen die neuen Sicherheitsregeln gänzlich übernehmen.

 

Was genau bedeuten die neuen Kontrollmaßnahmen für den Reisenden?

Grundsätzlich sollten Personen, die in die USA einreisen und elektronische Geräte bei sich führen, ausreichend Zeit mitbringen und sich auf eine längere Wartezeit bei der Personen- und Handgepäckskontrolle einstellen. Zwar soll die Überprüfung der Geräte nur stichprobenartig durchgeführt werden, aber dennoch mit einem solchen Zeitaufwand verbunden sein, dass von den Fluggesellschaften empfohlen wird, mindestens drei Stunden vor dem Abflug am Flughafen zu sein. Wer diese langen Wartezeiten umgehen möchte und sein Laptop oder Tablet während des Fluges oder direkt danach nicht unbedingt benötigt, sollte das Gerät gut verpackt im Koffer aufbewahren und ganz normal als Gepäck aufgeben.

Die neuen, verschärften Auflagen sind für alle Fluggesellschaften verbindlich und betreffen damit täglich mehr als 300.000 Reisende in die USA. Grundsätzlich gilt die neue Regelung für Flüge vom Ausland in die USA. Inlandsflüge in den Vereinigten Staaten sollen davon zunächst einmal nicht betroffen sein, es sei denn, es handelt sich um Flüge, die weitestgehend mit den Regeln für Auslandsflüge übereinstimmen.

Die US-Bundesbehörde TSA (Transportation Security Administration) hat aber auch versichert, dass das bisherige Verbot für elektronische Geräte im Handgepäck bei Direktflügen von den zehn Flughäfen in Nordafrika, dem Nahen Osten und der Türkei aufgehoben werde, sobald die dort ansässigen Fluggesellschaften die neuen, schärferen Sicherheitsvorschriften nachweislich durchsetzen. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich die Lage in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt.