Praktische Verhaltenstipps für Reisen mit Ihrem ESTA

Bergen die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und den USA ein Konfliktpotenzial? Prinzipiell schon. Deshalb haben wir hier einige allgemeine Verhaltenstipps für Sie zusammengestellt.

Die meisten Amerikaner legen großen Wert darauf, dass Regeln befolgt werden. Sie haben zwar viel Sinn für Humor, sind im Gespräch aber eher direkt.

In Gesprächen ist es besonders wichtig, sich selbstbewusst zu präsentieren. Die Verwendung von Metaphern wird nicht empfohlen. Amerikaner sind direkt und reden nicht um den heißen Brei herum. Das zeigt sich beispielsweise auch in ihrem Schreibstil: Die schriftliche Kommunikation ist geradeheraus und unkompliziert. Ein schüchternes oder ängstliches Auftreten kann das Misstrauen des Gegenübers wecken: Hat der Gesprächspartner etwas zu verbergen?

Bitte bedenken Sie dies, wenn Sie Ihr ESTA bei der Ankunft am amerikanischen Flughafen vorlegen. Die Grenzbeamten sind zwar sehr höflich, beobachten Ihr Verhalten beim Beantworten der Sicherheitsfragen aber ganz genau. Lassen Sie sich von Fragen nach Ihren Reiseplänen nicht irritieren (man wird Sie zum Beispiel fragen, welche Orte Sie besuchen und wo Sie während Ihres Aufenthalts wohnen werden).

Nicht sicher, ob Sie das USA-ESTA beantragen können?  Lesen Sie diese umfangreiche Liste mit häufig gestellten Fragen zu den Anforderungen für den ESTA-Antrag.

Brechen Sie das Eis mit unverfänglichen Gesprächsthemen: Wie schon gesagt, bestehen einige kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und den USA. Auch wenn manche der ungeschriebenen Regeln Ihnen vielleicht etwas merkwürdig vorkommen, sollten Sie sie auf jeden Fall befolgen.

Wenn Sie Ihre/n GesprächspartnerIn bereits kennen, sind Fragen nach der Familie durchaus angebracht bzw. erwünscht. „How are your children?“ (Wie geht es den Kindern?) „How is your family?“ (Wie geht es Ihrer Familie?) Diese Fragen sind in der Regel gute Gesprächsaufhänger.

Auch die Arbeit spielt in der amerikanischen Gesellschaft eine große Rolle, ist also ebenfalls ein beliebtes Thema für Smalltalk. Die europäische Wirtschaft unterscheidet sich grundlegend von der amerikanischen, ein Erfahrungsaustausch kann sich also durchaus als informativ und lehrreich erweisen.

Ein weiteres mögliches Gesprächsthema ist der Sport. Im Gegensatz zu Deutschland ist der beliebteste Sport in den USA nicht etwa der Fußball (von den Amerikanern Soccer genannt). Besonders populär sind Basketball, Baseball und natürlich der American Football. Der amerikanische Super Bowl (das Finale der Profi-Liga) ist eines der meistverfolgten Sport-Events der Welt. Es empfiehlt sich also, ein paar grundlegende Dinge über diese Sportarten zu lernen. Haben Sie keine Scheu vor dem kulturellen Austausch. Die Unterschiede zwischen Ihrem Heimatland und den USA werden viele interessante Fragen aufwerfen. Die sich daraus ergebenden Unterhaltungen bereichern Ihre USA-Reise mit Sicherheit.

Gesprächsthemen, die man besser vermeiden sollte: Gesellschaftliche Fragen, die Sie zu Hause ganz unbefangen mit Freunden beim Essen diskutieren würden, werden in anderen Ländern weniger neutral betrachtet. Meiden Sie politische, rassebezogene oder religiöse Themen.

Wenn Sie sich für die Gesetze rund um den Waffenbesitz interessieren, formulieren Sie Ihre Fragen neutral. Seien Sie darauf vorbereitet, anderen geduldig zuzuhören und auch Meinungen zu respektieren, die sich von Ihrer Eigenen unterscheiden. Wir empfehlen nicht, Themen wie die sexuelle Freizügigkeit, Abtreibung oder die Todesstrafe im Rechtssystem der Vereinigten Staaten anzuschneiden.

Wer versucht, anderen seine Ansichten zu den oben genannten Themen aufzudrängen, könnte schnell in eine prekäre Lage geraten. Auch wenn Amerikaner für ihre Offenheit gegenüber anderen Meinungen bekannt sind, sollte man über diese Themen wirklich nur mit engen Freunden reden.

Körpersprache richtig deuten und einsetzen: Augenkontakt sollte nicht zu lange aufrechterhalten werden, denn dadurch könnte sich Ihr Gegenüber bedrängt fühlen. Wenn jemand Sie vorstellt, sollten Sie am besten mit einem Lächeln reagieren.

Körpersprache, die man besser vermeiden sollte: Amerikaner haben keinen besonderen Hang zum Körperkontakt. Freunde werden nicht mit Küsschen begrüßt. Während einer Unterhaltung sollte Körperkontakt vermieden und ein „Sicherheitsabstand“ gewahrt werden. In diesem Punkt unterscheiden sich die amerikanischen Gepflogenheiten besonders von den Südländischen (in Portugal, Spanien und Italien) und sind am ehesten mit den deutschen und schwedischen Gewohnheiten vergleichbar.

Körpersprache mit Partner/Partnerin: Wie bereits erwähnt, geht es in der amerikanischen Kultur eher formell zu. Paare sollten sich unterwegs eher zurückhalten, wenn es um körperliche Zuneigungsbekundungen in der Öffentlichkeit geht – dies ist nicht gern gesehen.

Fazit: Der kulturelle Austausch stellt trotz aller Unterschiede keinen Grund zur Besorgnis dar. Die Unterschiede zwischen Ihrem Heimatland und den USA werden viele interessante Fragen aufwerfen. Die sich daraus ergebenden Unterhaltungen werden Ihre USA-Reise mit Sicherheit bereichern.

Siehe auch: Gefährden Sie mit Ihrem Reiseverhalten das Visa Waiver-Programm?