Gefährden Sie mit Ihrem Reiseverhalten das Visa Waiver-Programm?

Wer kennt sie nicht, die ewige Verlockung: einfach noch ein paar Tage dranhängen! Wer allerdings seine erlaubte Aufenthaltsdauer in den USA überschreitet, gefährdet damit nicht nur sein eigenes zukünftiges Reisevergnügen, sondern unter Umständen auch das seiner Mitbürger.

Das Heimatschutzministerium der Vereinigten Staaten von Amerika (Department of Homeland Security, kurz DHS) veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht darüber, wie viele Menschen ihre genehmigte Aufenthaltsdauer in den USA überschreiten.

Dabei wird zwischen Überschreitungen der genehmigten Aufenthaltsdauer bei Reisen mit Visum und Reisen unter dem Visa Waiver Program (Programm für visafreies Reisen, kurz VWP) unterschieden.

Der folgende Artikel beschäftigt sich hauptsächlich mit Überschreitungen der genehmigten Aufenthaltsdauer im Rahmen des VWP.

Wenn zu viele Staatsbürger(innen) einer Nation ihre genehmigte Aufenthaltsdauer in den USA überschreiten, kann diese Nation infolgedessen von der Teilnahme am VWP ausgeschlossen werden. Beim VWP geht es schließlich darum, solchen Reisenden mit geringem Risikofaktor die Einreiseformalitäten zu erleichtern. Erhöht sich der statistische Risikofaktor für Reisende einer Nation, wird ihnen dieses Privileg entzogen.

Im Beobachtungszeitraum für diesen Bericht sind 21,616,034 ausländische Staatsbürger unter dem VWP in die USA eingereist. 147.282 davon sind allem Anschein nach zu spät oder noch gar nicht wieder ausgereist. Der Anteil an Visa Waiver-Reisenden, die ihre genehmigte Aufenthaltsdauer überschritten haben, ist demzufolge verschwindend gering: gerade mal 0,68 %.

Bei näherer Betrachtung der Zahlen entsteht dann auch ein besonders positives Fazit für das VWP: der Anteil der Reisenden, die mit einem Visum in die USA kommen und ihre genehmigte Aufenthaltsdauer überschreiten, liegt mit 2,07 % nämlich bedeutend höher als bei den Visa Waiver-Reisenden. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Bürger(innen) der Visa Waiver-Staaten sich in der Regel besser an die Bestimmungen halten. Daraus lassen sich wiederum Rückschlüsse auf die sorgfältige Auswahl der Visa Waiver-Staaten und die Effizienz des VWP ziehen.

Vergleicht man nun die einzelnen 38 Mitgliedsstaaten des VWP miteinander, ergibt sich ein differenzierteres Bild: Der Anteil australischer Reisenden, die ihre genehmigte Aufenthaltsdauer in den USA überschritten haben, liegt bei verschwindend geringen 0,56 % und somit unter dem Durchschnitt. Der Anteil ungarischer Reisenden, die ihre genehmigte Aufenthaltsdauer überschritten haben, liegt dagegen mit 2,75 % deutlich höher. Folglich ist der Status Australiens als Visa Waiver-Staat vergleichsweise sicherer als der Status Ungarns.

Zum Vergleich: im Beobachtungszeitraum haben fast 45 % der lybischen USA-Reisenden ihre genehmigte Aufenthaltsdauer überschritten. Libyen nimmt nicht am VWP teil. Angesichts solcher Zahlen verfestigt sich das positive Bild des VWP.

Was sagen uns diese Zahlen?

Anhand dieser statistischen Analyse können wir die Unterschiede zwischen Visa Waiver-Staaten und Staaten, die nicht am Visa Waiver-Programm teilnehmen, besser nachvollziehen. Außerdem lassen sich Rückschlüsse auf die Effizienz des Visa Waiver-Programmes und des ESTA-Systems ziehen.

Das Ziel des Visa Waiver-Programms ist es, den Bürgern und Bürgerinnen der teilnehmenden Staaten eine unkomplizierte und geregelte Einreise bei vergleichsweise geringem Verwaltungsaufwand zu ermöglichen. Dabei soll möglichst sichergestellt werden, dass diese Besucher_Innen sich an die Bestimmungen halten und pünktlich wieder ausreisen. Wenn Reisende aus einem bestimmten Staat vermehrt gegen die Regeln verstoßen, erhöht sich das statistische Risikopotential dieses Staates. Uruguay und Argentinien wurden beispielsweise vom Visa Waiver-Programm ausgeschlossen, weil infolge der dortigen Wirtschaftskrise ein bedeutend höherer Anteil der Visa Waiver-Reisenden aus diesen beiden Staaten illegal in den USA verblieben ist.

Was ist ESTA?

Das ESTA (Electronic System for Travel Authorization, deutsch: elektronisches Reisefreigabesystem) ist die Technik hinter dem Visa Waiver-Programm. Mit diesem System wird automatisch ermittelt, ob individuelle Besucher_Innen aus Visa Waiver-Staaten ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellen, indem ihre Daten mit anderen Datensätzen abgeglichen werden. Dazu muss der/die Besucher_In vor dem Antritt der Reise einen Antrag stellen, indem er/sie ein Online-Formular, den sogenannten ESTA-Antrag, ausfüllt. Erhält der/die Antragstellende vom System „grünes Licht“, darf er/sie an Bord eines Fluges oder Passagierschiffs in die USA gehen. Wenn nicht, muss er/sie auf dem umständlicheren Weg ein Visum beantragen.

Diese verschlankte Sicherheitskontrolle verdeutlicht, wie viel Vertrauen die amerikanische Regierung in die Visa Waiver-Staaten und ihre Bürger und Bürgerinnen setzt. Im Gegenzug müssen die Visa Waiver-Staaten hohe Anforderungen an ihr Rechtssystem und ihre Zusammenarbeit mit den USA erfüllen, um für die Teilnahme am VWP infrage zu kommen.

Des Weiteren muss der Lebensstandard in den Visa Waiver-Staaten vergleichbar mit dem Lebensstandard in den USA sein, damit individuelle Besucher_Innen gar nicht erst den Anreiz erhalten, sich illegal dort niederzulassen. Als Kriterien werden hier unter anderem die Befolgung der Menschenrechtskonventionen und das Bruttoinlandsprodukt herangezogen.

Manch einer mag sich nun fragen, warum die USA überhaupt einen solchen Aufwand mit ihrem Grenzschutz betreiben. Diese Frage erübrigt sich, wenn man bedenkt, dass illegale Einwanderung in die USA bei Weitem nicht nur wirtschaftliche Folgen hat. Ein bedeutend wichtigerer Aspekt ist die Abwehr von konkreten Bedrohungen. Wussten Sie zum Beispiel, dass einige der Terroristen vom 11. September ebenfalls ihre genehmigte Aufenthaltsdauer in den USA überschritten hatten?

Fazit:

Durch die Erfassung von Statistiken über Reisende unter dem VWP werden der Erfolg des Programmes die Effizienz des ESTA messbar.

Bei vermehrten Verstößen kann einzelnen Staaten die Mitgliedschaft im Visa Waiver-Programm entzogen werden; bei extremen Bedrohungen kann das Visa Waiver-Programm auch komplett ausgesetzt werden.

Es ist entscheidend für das Fortbestehen des Visa Waiver-Programms, dass Reisende die verschlanken Sicherheitsmaßnahmen nicht ausnutzen, sondern sich an die Gesetze halten und insbesondere pünktlich wieder ausreisen.

Bedingungen für ESTA und das VWP

Die ESTA-Freigabe ist insbesondere an diese beiden Grundbedingungen geknüpft:

  1. Sie dürfen nicht länger als 90 Tage am Stück in den USA verbringen. Wenn Sie am 91. Tag noch nicht abgereist sind, haben Sie damit bereits gegen das Gesetz verstoßen. Ein solcher Verstoß kann Bußgelder, Einreiseverbote und strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen.
  2. Reisende unter dem VWP dürfen nicht bei einem US-basierten Arbeitgeber angestellt sein oder in den USA Arbeit suchen. Es ist egal, ob die Arbeit bezahlt oder unbezahlt ist. Ausnahmen gelten für Geschäftsreisende, deren Arbeitgeber sich außerhalb der USA befindet. Sie dürfen zum Beispiel Konferenzen, Messen und dergleichen in den USA besuchen.

Ansonsten gilt:

  • Das ESTA-Dokument ist ab dem Tag seiner Ausstellung (per E-Mail) bis zu 2 Jahre lang gültig. Wenn sich Ihre persönlichen Daten (zum Beispiel Nachname, Geschlecht, Staatsbürgerschaft, …), Reisepassdaten, Ihre Antwort auf die Fragen, die Sie bei der Antragstellung beantworten mussten etc. ändern oder Ihr Reisepass abläuft, erneuert/verlängert oder als gestohlen gemeldet wird, verliert die ESTA-Freigabe ihre Gültigkeit. Wenn Sie einen neuen Reisepass erhalten haben, müssen Sie auch eine neue ESTA-Freigabe mit Ihrer neuen Reisepassnummer beantragen.
  • Die Antragstellung ist denkbar einfach: Sie benötigen dazu nur Ihren Reisepass (bei doppelter Staatsbürgerschaft benutzen Sie den Reisepass des Landes, das am VWP teilnimmt, und geben den zweiten Reisepass im dafür vorgesehenen Feld an), ein anerkanntes Zahlungsmittel und eine funktionierende E-Mail-Adresse. Der ESTA-Antrag selbst ist ein Online-Formular. Hier werden Ihnen einige Fragen zu Ihren persönlichen Daten, Reisepassdaten, Ihrer Beschäftigung, Ihrem Arbeitgeber, Details zu Ihrer USA-Reise usw. gestellt. Außerdem müssen Sie einige Sicherheitsfragen zu den Themen Straffälligkeit, Gesundheitszustand, Drogen usw. beantworten. Das Ausfüllen dauert nur ca. 10 Minuten.
  • Sie erhalten in der Regel innerhalb von 24 Stunden, sehr selten innerhalb von 72 Stunden, Ihre Antwort auf den ESTA-Antrag.
  • Und das Beste: um eine ESTA-Freigabe zu erhalten, müssen Sie nicht einmal das Haus verlassen! Keine lästigen Termine bei amerikanischen Auslandsvertretungen, keine Interviews vor der Reise, keine endlosen Formalitäten.
    Stellen Sie noch heute Ihren ESTA-Antrag und beginnen Sie mit der Planung Ihrer USA-Reise. Weitere nützliche Tipps rund um die USA erhalten Sie bei https://www.esta-antrag.com/. Wir freuen uns darauf, bald von Ihnen zu hören und sind Ihnen immer gern behilflich.