US-Gesundheitssystem: Was Sie wissen sollten

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eines der beliebtesten Reiseziele der Welt. Egal, ob geschäftlich oder auf Vergnügungsreise – jedes Jahr kommen Millionen von Besuchern für Aufenthalte von einer Woche bis zu mehreren Monaten in die Vereinigten Staaten. Wir können mit Sicherheit sagen, dass die USA ein sehr touristenfreundliches Land sind. Trotzdem müssen Besucher sich über bestimmte Aspekte des täglichen Lebens in den USA, das sich sehr stark von dem in ihrer Heimat unterscheiden kann, informieren.

Einer dieser Aspekte ist das staatliche Gesundheitssystem. Die exzellente Qualität der medizinischen Behandlungen genießt weltweit einen sehr guten Ruf, ist im internationalen Vergleich sogar als eine der Besten anerkannt. Anders als in vielen anderen Ländern der Welt entfällt die Last der Behandlungskosten jedoch auf die Bürger/Patienten. Das bedeutet: Die Mehrheit der US-Bürger hat eine Krankenversicherung, um im Fall einer Behandlung gegen die Kosten abgesichert zu sein. Wenn das Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt, unterstützt die US-Regierung die Bürger beim Abschluss einer solchen Versicherung.

In Anbetracht dessen wird klar, dass ausländische Besucher nicht durch die staatliche Gesundheitsfürsorge der USA abgesichert sind. Wer also bei einem USA-Aufenthalt krank wird, muss unter Umständen sehr tief in die Tasche greifen. Natürlich kann man sich auch ohne Krankenversicherung in einem öffentlichen Krankenhaus behandeln lassen. Die Kosten für eine solche Behandlung trägt allerdings der Patient.

Wenn Sie eine Reise in die USA planen, sollten Sie nicht nur an die Krankenversicherung denken, sondern auch Ihr  ESTA beantragen. Ohne ESTA können Sie nicht an Bord Ihres Fluges gehen.

Was im medizinischen Notfall zu tun ist

Je nach der Schwere Ihrer Erkrankung haben Sie verschiedene Möglichkeiten, sich ärztlich behandeln zu lassen. Wenn das Problem nicht besonders dringlich ist, sollte man am besten in einem Krankenhaus anrufen und sich dort einen (Fach-) Arzt für seine Beschwerden empfehlen lassen. Ein Besuch beim Arzt ist günstiger als ein Besuch in der Notaufnahme.

Des Weiteren kann man sich an eine Privatklinik wenden. Diese sind günstiger als die Krankenhäuser. Hier gilt jedoch das Gebot der Wachsamkeit: In Privatkliniken werden häufig Untersuchungen durchgeführt, die die Endkosten in die Höhe treiben – und nicht immer medizinisch notwendig sind. Achten Sie also stets darauf, welche Untersuchungen Ihnen angeboten werden, und gebrauchen Sie Ihren gesunden Menschenverstand.

Im Notfall sollte man natürlich am besten das nächste Krankenhaus aufsuchen und sich in der Notaufnahme von einem Arzt behandeln lassen.

Es ist ratsam, eine Krankenversicherung abzuschließen

Wie oben erwähnt, tragen in den USA die Patienten die Behandlungskosten. US-Bürger schützen sich davor mit einer Krankenversicherung. Warum sollten Sie als Besucher das nicht auch tun?

Sinn und Zweck einer Versicherung ist es, Sie finanziell abzusichern und im Notfall für Sie einzuspringen. Wenn Sie sich im Ausland einen Knöchel verstaucht haben oder von Montezumas Rache geplagt werden, lässt eine gute Versicherung Sie nicht im Regen stehen. Dafür werden Sie besonders dankbar sein, wenn Ihnen die Arztrechnung ins Haus flattert. Überlegen Sie sich am besten im Voraus, welche Deckung für Ihre Reise angemessen ist. Viele Versicherungen decken nicht nur die Kosten für die medizinische Versorgung, sondern springen auch bei Diebstahl oder Verlust von Gepäck, verspäteten oder gestrichenen Flügen, Abbruch der Reise aufgrund von höherer Gewalt usw. ein.

Bewertung und Wahl einer geeigneten Versicherungspolice

Die im Vertrag gelisteten Versicherungsbedingungen sind wichtige Kriterien für die Bewertung und Auswahl des geeigneten Schutzes. Wir empfehlen, auf Folgendes zu achten:

  • Die maximale Deckungssumme. Es wird empfohlen, dass sie einen Betrag von 500.000 € übersteigt.
  • Für den Fall exorbitanter Behandlungskosten sollte die Versicherung das Krankenhaus direkt bezahlen. Wir raten von Policen ab, bei denen Patienten die Kosten zunächst selbst vorstrecken müssen und sie erst später von der Versicherung erstattet bekommen.
  • Achten Sie auf die Selbstbeteiligung: Je niedriger die Summe ist, die Sie z. B. bei einem Unfall selbst berappen müssen, desto besser ist Ihre Versicherung.
  • Wir empfehlen Ihnen, sich immer für die Deckung der Rücktransportkosten im Notfall zu entscheiden (z. B. bei Naturkatastrophen, unerwarteten Kriegen, Terroranschlägen usw.).
  • Die Versicherung sollte auch die Kosten für Krankentransporte decken.
  • Achten Sie darauf, dass die Versicherung eine rund um die Uhr erreichbare Notfallnummer bereitstellt.
  • Bietet die Versicherung optionale Deckung, zum Beispiel für Mietfahrzeuge oder bei Verlust/Diebstahl von Gepäck? Überlegen Sie sich genau, welche Deckung Sie brauchen.

Nicht sicher, ob Sie das USA-ESTA beantragen können?  Lesen Sie diese umfangreiche Liste mit häufig gestellten Fragen zu den Anforderungen für den ESTA-Antrag.

Zu guter Letzt: Falls Ihre Reise hochriskante Exkursionen und Sportarten beinhaltet (Wintersport, Bergwandern, Fallschirmspringen, Wildwasser-Rafting usw.), sollte die Deckung auch in diesen Fällen greifen. Das gilt besonders für Krankentransporte (in manchen Fällen ist die Bergung mit einem Helikopter erforderlich).

Vergewissern Sie sich auch, ob

  • Ihnen bei der Notfallrufnummer der Krankenversicherung Ärzte vermittelt werden, die Ihnen helfen können.
  • Sie für den Fall, dass Sie sich aufgrund einer Verletzung zeitweise nicht selbst versorgen können, Hilfe bekommen.
  • die Reisekosten Ihrer Angehörigen im Fall eines längeren Krankenhausaufenthaltes übernommen werden, damit sie Sie besuchen können.

Wir empfehlen Ihnen dringend, sich die Versicherungsbedingungen genau durchzulesen, bevor Sie sich für eine Police entscheiden.

Und wenn ich mein Gepäck versichern möchte?

Dann sollten Sie sich genau durchlesen, was wo, wann und wie versichert ist. Greift die Deckung, wenn Ihr Gepäck aus einem Auto gestohlen wird? Sind elektronische Geräte (iPad, Smartphone, tragbare Lautsprecher usw.) versichert? Falls ja, gilt das auch, wenn Ihr Handy in den Grand Canyon fällt? Fragen Sie im kleinsten Zweifel bei der Versicherung nach. Sie ist per Gesetz dazu verpflichtet, Sie lückenlos über den Schutz aufzuklären.

Was kostet es, versichert zu reisen?

Bedenken Sie: Eine Versicherung schützt Sie vor enormen Kosten, manchmal im Bereich von mehreren Hunderttausend Euro. Ein Beispiel: Wenn ein europäischer Tourist einen schweren Unfall in Los Angeles hat, können daraus exorbitante Behandlungskosten entstehen. Der Staat Kalifornien wird nicht lockerlassen, bis der Patient die Rechnung beglichen hat.  Das Gleiche gilt für einen verletzten Wanderer in den Colorado Mountains, der mit einem Helikopter ins nächste Krankenhaus transportiert werden muss.

Um optimalen Schutz zu einem angemessenen Preis zu erhalten, können Sie Ihre Police auf Ihre eigenen Bedürfnisse zuschneiden. Wer zum Beispiel nur mit einem Rucksack unterwegs ist, wird keine Gepäckversicherung benötigen.

Und wenn Sie gar kein Auto mieten wollen, brauchen Sie natürlich auch keine Police mit Mietwagendeckung.

Behalten Sie immer im Hinterkopf, dass eine teure Versicherung nicht automatisch die beste bzw. die passendste für Ihre Bedürfnisse ist. Wer sich gut über die Versicherungsbedingungen und Anpassungsmöglichkeiten informiert, kann die beste Police für seine Reise zusammenstellen – und zwar für weniger Geld als eine Standardversicherung.

Ganz allgemein hängen die Versicherungskosten immer auch mit dem Herkunftsland und Alter des Versicherungsnehmers, dem Reiseziel und der Dauer des Aufenthaltes zusammen. Reiseversicherungen für bestimmte Regionen sind per se teurer.

Weitere Tipps für die Wahl Ihrer Police

Damit Sie sich ganz bewusst für den passenden Versicherungsschutz entscheiden können, sollten Sie sich die folgenden Punkte in den Versicherungsbedingungen genauer ansehen:

Mieten eines Fahrzeugs

Die Autovermietungen verlangen in der Regel, dass man bei der Übernahme des Mietwagens eine Versicherung abschließt. Manche Kreditkartenanbieter bieten ihren Kunden eine solche Versicherung als kostenlose Zusatzleistung (zum Beispiel American Express ©).

Wer die Kosten der obligatorischen Versicherung für den Mieter des Wagens senken möchte, könnte sich eine persönliche Mietwagenversicherung zulegen. Auch hier gilt: Die Kosten und der Versicherungsschutz sollten immer mit dem Angebot der Autovermietung verglichen werden. Nur so können Sie die beste Entscheidung für Ihren Fall treffen.

Personen- und Sachschäden

In der amerikanischen Kultur herrscht ein ausgeprägter Sinn für Eigenverantwortung. Das gilt besonders im finanziellen Bereich. Gleichzeitig sind die USA der Staat mit der weltweit größten Anzahl an Schadenersatzklagen gegen Privatpersonen und Firmen. Sie sollten sich also am besten für den Fall absichern, dass Sie auf Ihrer Reise unbeabsichtigt einen Sach- oder Personenschaden verursachen.

Verspätung oder vorübergehende Behinderungen

Ihre Reise oder Weiterreise kann sich manchmal aufgrund von unvorhersehbaren Ereignissen verzögern. Die häufigste Ursache dafür ist Streik. Andere weniger häufige, aber dafür schlimmere Ursachen sind Naturkatastrophen, Terroranschläge oder sogar der unerwartete Ausbruch eines Krieges. Einige Versicherungen bieten für Behinderungen dieser Art eine Deckung von bis zu 250 € pro Tag.

Annullierung der Reise

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Ihre Reise in letzter Minute aufgrund von höherer Gewalt abgesagt wird, kann sich eine entsprechende Versicherung lohnen (bedenken Sie die Kosten für Flug, Kreuzfahrt, Hotel usw.). Die empfohlene Deckung sollte für 100 % der Kosten greifen und auch eine Entschädigung für die emotionale Belastung beinhalten. Bedenken Sie jedoch: Je höher die Deckungssumme, desto teurer wird die Police für Sie.

Insolvenz von Fluglinien und anderen Serviceanbietern

Viele Versicherer haben ihrem Leistungsspektrum eine weitere Option hinzugefügt, um ihre Kunden gegen die Folgen von Insolvenz und anderen grundlegenden Änderungen bei Fluggesellschaften und sonstigen Serviceanbietern abzusichern. Eine gute Versicherung sollte hier Deckungssummen in einer Mindesthöhe von 10.000 € anbieten.

Siehe auch: Warum Miami bei Touristen so beliebt ist