Wissenswertes über den Mount Rushmore

Mount Rushmore

Auch wenn man die USA selbst noch nicht besucht hat, kennt man aus Filmen und Bildern eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Amerikas, die die Gesichter von vier US-Präsidenten zeigt. Der Name dieser Touristenattraktion ist Mount Rushmore National Memorial und es gibt eine Menge weiterer interessanter Fakten über das Denkmal. Nicht umsonst besuchen Jahr für Jahr über zwei Millionen Menschen den Ort, an dem vier US-Präsidenten in Stein gehauen wurden.

Entstehung des Mount Rushmore

Das Mount Rushmore National Memorial befindet sich in den Black Hills in South Dakota nicht weit von dem kleinen Ort Keystone. Der Mount Rushmore selbst wurde nach dem New Yorker Anwalt Charles Rushmore benannt, der ursprünglich die Goldschürfrechte für das Gebiet erworben hatte. Dies geschah zu der Zeit, als Grover Cleveland US-Präsident (ab 1885) war. Die Idee für ein Monument, das in den Bergen von South Dakota berühmte Persönlichkeiten darstellen sollte, kam von dem Historiker Doane Robinson und hatte zum Ziel, den Tourismus in der Region anzukurbeln. Allerdings sollten ursprünglich bekannte Gestalten aus der Geschichte des Westens verewigt werden und zudem sollte das Monument an einem anderen Ort in den Black Hills platziert werden. Die schlechte Qualität des Granits dort und dazu noch der Mangel an Platz für die vorgesehenen Skulpturen führten dazu, dass man sich gegen diesen Standort entschied. Nachdem der Senator Peter Norbeck aus South Dakota sich für das Projekt einsetzte und eine Finanzierung durch den Bundeshaushalt sicherte, wurde dem Projekt grünes Licht gegeben.

Die Idee von den US-Präsidenten in Stein hatte der bekannte Bildhauer John Gutzon de la Mothe Borglum und 1927 konnte er schließlich die Arbeiten am Mount Rushmore beginnen. Im Mount Rushmore wurden die – zum Zeitpunkt der Entstehung des Denkmals – symbolträchtigsten und bedeutendsten amerikanischen Präsidenten in Form von Porträts in den Fels teils gehauen und gemeißelt, teils gesprengt.

Welche Präsidenten sind im Mount Rushmore?

Es sind von links nach rechts: der erste Präsident der USA, George Washington, darauf folgt der dritte amerikanische Präsident, Thomas Jefferson, dann der sechsundzwanzigste US-Präsident, Theodore Roosevelt und ganz rechts schließlich Abraham Lincoln, der der sechzehnte US-Präsident war.

Drei Jahre lang brauchte Borglum um die notwendigen Vorarbeiten zu erledigen – viel Sprengstoff wurde verbraucht und viel Arbeit mit Pressluftbohrern war zu verrichten, bevor dann im Jahr 1930 das Porträt von George Washington begonnen wurde. Dabei halfen fast 400 Arbeiter! 14 Jahre dauerten die Arbeiten an dem Bauwerk, dessen Vollendung Borglum selbst nicht mehr erlebte, da er im Jahr 1941 verstarb. Sein Sohn führte zwar sein Werk fort, doch der Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg sowie Geldmangel führten dazu, dass die Arbeiten im Oktober 1941 abgebrochen wurden und das Monument, so, wie es war, für vollendet erklärt wurde. Damit waren die Pläne Borglums, die Porträts bis auf Taillenhöhe in den Fels zu arbeiten, begraben.

Mount Rushmore art

Die Hall of Records

Allgemein bekannt sind die in den Mount Rushmore in den Fels gemeißelten Köpfe der US-Präsidenten, weit weniger aber ist das Wissen darüber verbreitet, dass sich hinter den Porträts eine 30×24 Meter große Kammer verbirgt.

Diese geheime Kammer, die den Namen Hall of Records trägt, war von Borglum einst dafür geplant worden, für die Vereinigten Staaten wichtige Dokumente und Artefakte wie die Verfassung und die Unabhängigkeitserklärung aufzubewahren. Nach diesen Plänen sollte dort auch eine Liste der Errungenschaften der USA für die Menschheit in den Bereichen Industrie, Wissenschaft und Kunst ausgestellt werden. Borglum plante einen pompösen Eingang mit einem bronzenen Adler darüber und die Maße der Hall of Records sollten nach seiner Vorstellung weit größere

Dimensionen erhalten. Jedoch wurde vom Kongress 1939 verfügt, dass nur die Arbeiten an den Gesichtern der Präsidenten Amerikas fortgeführt und alles andere vorerst abgebrochen werden sollte.

Die Bautätigkeiten an der Kammer wurden dann auch erst 1998 abgeschlossen und der Raum beherbergt heute einen Titantresor, in dem eine Teakholztruhe mit 16 emaillierten Porzellantafeln aufbewahrt wird. Darauf ist neben der Geschichte der USA auch niedergeschrieben, wie und von wem das Mount Rushmore National Memorial geschaffen wurde und welche Präsidenten im Mount Rushmore zu finden sind bzw. warum gerade diese vier US-Präsidenten in Stein dargestellt wurden. Die geheime Kammer im Fels hinter den Porträts ist für Touristen nicht zugänglich und die darin befindliche Truhe soll als Informationsquelle in Tausenden von Jahren dienen.

Umstrittenes Denkmal

Das Mount Rushmore National Memorial ist aber nicht nur eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der USA, sondern zugleich eines der umstrittensten Nationaldenkmäler der Vereinigten Staaten. Grund dafür ist, dass das Gebiet der Black Hills einer der Schauplätze für die Unterdrückung der amerikanischen Ureinwohner war.

Black Hills hieß einst in der Sprache der Lakota-Indianer „Sechs Großväter“ und war Teil des Weges, den der Lakota-Führer Black Elk auf einer spirituellen Reise zum Harney Peak nahm. Das Gebiet mit dem für die Indianer heiligen Berg war zunächst Bestandteil des 1868 geschlossenen Vertrags von Fort Laramie, der Teile des heutigen Bundesstaats South Dakota westlich des Missouri und damit auch die Black Hills den Sioux-Indianern, zu denen die Lakota gehören, für deren unbeschränkte Nutzung und Besiedelung zusprach. Allerdings wurde der Vertrag bereits neun Jahre später, im Jahr 1877, wieder gebrochen, nachdem Gerüchte und einige tatsächliche Funde einen Goldrausch in den Black Hills ausgelöst hatten.

Zusätzlich zum gebrochenen Vertrag empfanden die Indianer insbesondere das Porträt von Abraham Lincoln als Provokation. Denn als Lincoln Präsident der USA war, wurden während des Sioux-Aufstands im Jahr 1862 mehr als dreihundert Indianer zum Tode verurteilt und Ende 1862 wurden von diesen achtunddreißig in Mankato in der größten Massenhinrichtung in der Geschichte der Vereinigten Staaten auf Anweisung Lincolns gehängt.

Mount Rushmore als Touristenattraktion

Wenn Sie planen, die von John Gutzon de la Mothe Borglum in Stein gemeißelten Präsidentenköpfe zu besichtigen, so sollten Sie am besten mit einem Spaziergang über die Avenue of Flags starten.

Avenue of Flags - Mount Rushmore

Diese bietet Ihnen einen ersten Blick auf das historische Bauwerk und Sie haben die Möglichkeit, von dort Ihre ersten Fotos zu machen. Entlang der Avenue sind freistehende Pfeiler mit Flaggen der US-Bundesstaaten und deren darunter angebrachten Namen aufgestellt.

Es gibt ein Informationszentrum direkt neben dem Parkplatz. Hier können Sie auch alles über stattfindende Veranstaltungen erfahren sowie Antworten auf Ihre Fragen finden, und zwar weit über das Thema, warum welche Präsidenten im Mount Rushmore eingemeißelt wurden, hinaus. Die Öffnungszeiten des Zentrums variieren saisonal, mit den längsten in den Sommermonaten. In Abhängigkeit von Ihrem Reisemonat sollten Sie sich also vorab über diese informieren.

Das Lincoln Borglum Visitor Center befindet sich direkt unter der Aussichtsplattform Grand View Terrace. Es beherbergt zwei Kinos, ein Museum und einen Buchladen. Hier können Sie alles über die Geschichte des monumentalen Kunstwerks erfahren. Für 2019 aber und einen Teil des Jahres 2020 bleibt das Zentrum wegen Instandhaltungsarbeiten geschlossen.

Wenn Sie das Sculptor’s Studio besuchen, können Sie direkt in den Ort eintauchen, an dem Gutzon Borglum arbeitete. Dort steht auch ein Modell der Präsidentenköpfe im Maßstab 1 zu 12. In den Sommermonaten werden auch Führungen von den Park Rangers angeboten, die Ihnen viel über die Arbeiter sowie die von diesen genutzten Werkzeuge und Techniken erzählen können.

Presidential Trail & More

Doch kein Besuch des Mount Rushmore ist vollkommen, wenn Sie nicht auch den Presidential Trail darin mit einschließen. Der fast einen Kilometer lange Weg führt über 422 Stufen und bringt Sie so nahe heran an die in Stein gehauenen Präsidenten, wie dies nur möglich ist. Sie können an mehreren Punkten des Weges wunderschöne Fotos machen, natürlich auch solche von sich selbst mit den Presidents in rock (also den in den Fels gehauenen Präsidenten) im Hintergrund. Die beste Zeit, um Fotos zu machen ist am frühen Morgen, denn dann ist die Aussicht am besten.

Es gibt auch Führungen und weitere Programme zum Mount Rushmore National Memorial und der Geschichte der Black Hills, an denen Sie teilnehmen können. So können Sie sich zum Beispiel im Lakota, Nakota and Dakota Heritage Village über die amerikanischen Ureinwohner der Gegend informieren.

Eine der sehenswertesten Attraktionen sind die Evening Lighting Ceremonies mit einer Beleuchtung des Denkmals. Diese werden ab dem Freitag vor dem Memorial Day (letzter Montag im Mai) bis zum 30. September abgehalten. Im Winter finden diese Beleuchtungszeremonien nicht statt.

Natürlich können Sie sich auch zwischendurch ausruhen und Stärkung in Form von Speisen, Eis und Getränken finden, und zwar im Carvers’ Café. Dieses ist täglich von 8 bis 16:30 Uhr geöffnet. Auch den Souvenir-Shop, der täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet hat, sollten Sie nicht verpassen, denn Sie werden gerne eine Erinnerung von Rushmore mit nach Hause nehmen.

Wenn Sie gern die Natur genießen und wandern, dann sollten Sie unbedingt die Wälder der Black Hills rund um das Mount Rushmore National Memorial besuchen. Sie sind wunderschön und weisen eine vielfältige Tierwelt auf, darunter z. B. Bergziegen oder auch Bisons, die Sie im Custer State Park beobachten können.

Das Meisterbauwerk von Gutzon Borglum stellt nur vier aus einer langen Liste von US-Präsidenten dar, doch diese erschienen dem Künstler zum Zeitpunkt der Entstehung des Mount-Rushmore-Denkmals als die bedeutendsten, da sie aus seiner Sicht die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der USA repräsentierten. Würden Sie aus heutiger Sicht anders wählen und vielleicht Präsidenten aus der Zeit nach der Entstehung des monumentalen Denkmals hinzufügen?

Luftaufnahme von Mount Rushmore

 

Übrigens, falls Sie neugierig geworden sind, hier ist die Liste aller US-Präsidenten:

 

Nr.PräsidentAmtszeit begannAmtszeit beendet

1

George Washington

30. April 1789

04. März 1797

2

John Adams

04. März 1797

04. März 1801

3

Thomas Jefferson

04. März 1801

04. März 1809

4

James Madison

04. März 1809

04. März 1817

5

James Monroe

04. März 1817

04. März 1825

6

John Quincy Adams

04. März 1825

04. März 1829

7

Andrew Jackson

04. März 1829

04. März 1837

8

Martin van Buren

04. März 1837

04. März 1841

9

William Henry Harrison

04. März 1841

04. April 1841

10

John Tylor

04. April 1841

04. März 1845

11

James k. Polk

04. März 1845

04. März 1849

12

Zachary Taylor

04. März 1849

09. Juli 1850

13

Millard Fillmore

09. Juli 1850

04. März 1853

14

Franklin Pierce

04. März 1853

04. März 1857

15

James Buchanan

04. März 1857

04. März 1861

16

Abraham Lincoln

04. März 1861

15. April 1865

17

Andrew Johnson

15. April 1865

04. März 1869

18

Ulysses S. Grant

04. März 1869

04. März 1877

19

Rutherford B. Hayes

04. März 1877

04. März 1881

20

James Garfield

04. März 1881

19. September 1881

21

Chester Arthur

19. September 1881

04. März 1885

22

Grover Cleveland

04. März 1885

04. März 1889

23

Benjamin Harrison

04. März 1889

04. März 1893

24

Grover Cleveland

04. März 1893

04. März 1897

25

William McKinley

04. März 1897

14. September 1901

26

Theodore Roosvelt

14. September 1901

04. März 1909

27

William Howard Taft

04. März 1909

04. März 1913

28

Woodrow Wilson

04. März 1913

04. März 1921

29

Warren G. Harding

04. März 1921

02. August 1923

30

Calvin Coolidge

02. August 1923

04. März 1929

31

Herbert Hoover

04. März 1929

04. März 1933

32

Franklin D. Roosevelt

04. März 1933

12. April 1945

33

Harry S. Truman

12. April 1945

20. Januar 1953

34

Dwight Eisenhower

20. Januar 1953

20. Januar 1961

35

John F. Kennedy

20. Januar 1961

22. November 1963

36

Lyndon B. Johnson

22. November 1963

20. Januar 1969

37

Richard Nixon

20. Januar 1969

09. August 1974

38

Gerald Ford

09. August 1974

20. Januar 1977

39

Jimmy Carter

20. Januar 1977

20. Januar 1981

40

Ronald Reagan

20. Januar 1981

20. Januar 1989

41

George Bush

20. Januar 1989

20. Januar 1993

42

Bill Clinton

20. Januar 1993

20. Januar 2001

43

George W. Bush

20. Januar 2001

20. Januar 2009

44

Barack Obama

20. Januar 2009

20. Januar 2017

45

Donald Trump

20. Januar 2017

bis heute im Amt




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