Krankenversicherung

Wie unterscheidet sich das US-Gesundheitssystem von unserem?

Die USA sind ein beliebtes Reiseziel. Urlauber und Geschäftsreisende sind dort sehr willkommen. Trotzdem ist es wichtig, sich vor der Reise über die Besonderheiten dieses Landes zu informieren, um bei kleinen und größeren Pannen nicht im Regen zu stehen.

Wie unterscheidet sich das US-Gesundheitssystem von unserem?

Eine dieser Besonderheiten ist auf jeden Fall das Gesundheitssystem. Es ist vollkommen anders, als wir es von zu Hause kennen. Das liegt nicht etwa an der Qualität der medizinischen Versorgung – sie zählt zu den besten der Welt – sondern vielmehr an den Krankenkassen. In der Form wie bei uns existieren sie nämlich nicht. Die Behandlungskosten im Falle einer Krankheit oder Verletzung trägt in den USA der Patient, aber viele US-Bürger sichern sich privat gegen diese Risiken ab. Für solche Bürger, die sich so eine Versicherung nicht leisten können, springt allerdings der Staat ein.

Ausländische Besucher sind also in Amerika nicht krankenversichert. Deshalb sollten Sie vor Ihrer Reise eine Auslandskrankenversicherung bzw. Reisekrankenversicherung abschließen, denn eine hohe Arzt- oder Krankenhausrechnung kann Sie ganz schnell und unerwartet treffen.

Was ist im medizinischen Notfall zu tun?

Je nachdem, wie ernst das Problem ist, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Wenn Sie nicht schlimm erkrankt sind, können Sie ein Krankenhaus anrufen und sich einen Arzt empfehlen lassen. Ein Besuch in einer Arztpraxis ist nicht so teuer wie eine Behandlung in der Notaufnahme.

Eine gute Reisekrankenversicherung ist wichtig

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, sich in einer Privatklinik behandeln zu lassen. Diese Kliniken sind zwar günstiger als die Krankenhäuser, sie neigen allerdings dazu, auch unnötige Untersuchungen durchzuführen. Das kann die Rechnung signifikant in die Höhe treiben.

Im Notfall oder nach einem schweren Unfall sollten Sie natürlich nicht zögern und sofort in die Notaufnahme fahren.

Eine gute Reisekrankenversicherung ist wichtig

Wie gesagt, trägt in den USA der Patient die Behandlungskosten. Und vor plötzlichen Erkrankungen oder Unfällen ist man natürlich auch als Tourist nicht gefeit. Stellen Sie sich vor, Sie fangen sich ein Virus ein, werden von einer Zecke gebissen oder verstauchen sich einen Knöchel – da wäre es schon besser, ohne Angst vor eventuellen Kosten zum Arzt gehen zu können, oder?

Bei den Policen haben Sie die Qual der Wahl. Wir empfehlen, zu vergleichen und sorgfältig abzuwägen, welche Leistungen Sie bei Ihrer Reise wirklich brauchen könnten. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Versicherung des Gepäcks gegen Verlust oder Diebstahl, einer Versicherung gegen die Folgen von Flugverspätungen und  Flugausfällen oder einem Versicherungspaket, mit dem im Notfall auch eine unerwartete Heimreise gedeckt wäre?

Wie finde ich die beste Police für mich?

Um diese Frage zu beantworten, sollten Sie sich mit den Versicherungsbedingungen auseinandersetzen. Die folgenden Punkte sollten Sie dabei besonders beachten:

  • Die maximale Deckungssumme: Sie sollte höher sein als 500.000 €.
  • Für den Fall, dass hohe Behandlungskosten anfallen, sollten Sie eine Police wählen, bei der die Versicherung das Krankenhaus direkt bezahlt, Sie die Behandlungskosten also nicht auslegen müssen.
  • Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie für Transporte mit dem Krankenwagen versichert sind. Je nachdem, was Sie im Urlaub unternehmen möchten, sollten Sie sich möglicherweise auch für Krankentransporte mit einem Rettungshubschrauber absichern.
  • Achten Sie auf die Selbstbeteiligung. Das ist die Summe, die Sie im Versicherungsfall selbst tragen müssen.
  • Sie sollten sich auch für die Kosten einer unerwarteten frühzeitigen Rückreise absichern, zum Beispiel aufgrund von Naturkatastrophen, unerwarteten Kriegen, Terroranschlägen usw.
  • Wie ist das Preis-Leistungs-Verhältnis? Sind zusätzliche Leistungen wie Gepäcksversicherung, Mietwagenversicherung usw. im Preis inbegriffen?
  • Sind Sie für besonders risikoreiche Aktivitäten wie Wintersport, Bergsteigen, Wildwasser-Rafting, Fallschirmspringen usw. abgesichert?
  • Hat die Versicherung eine Notfalltelefonnummer, die rund um die Uhr erreichbar ist?

Was Sie sonst noch überprüfen sollten

Was Sie sonst noch überprüfen sollten

  • Gesetzt den Fall, Sie verletzen sich im Urlaub und müssen dort längere Zeit im Krankenhaus bleiben: zahlt die Versicherung die Reisekosten Ihrer engen Angehörigen, wenn sie Sie besuchen möchten?
  • Kann Ihre Versicherung Sie gegebenenfalls mit Ärzten verbinden, die Ihnen helfen können?
  • Kommt die Versicherung für Ihre Pflege auf, wenn Sie sich nach einer Verletzung vorübergehend nicht selbst versorgen können?

Es ist in jedem Fall empfehlenswert, sich genau mit den Versicherungsbedingungen vertraut zu machen und sicherzugehen, dass Sie alles verstehen.

Brauche ich eine Gepäcksversicherung?

Das ist sicher nützlich, allerdings sollte man hier genau aufs Kleingedruckte achten. Was, wenn Ihre Gepäckstücke aus dem Auto gestohlen werden? Sind teure Elektrogeräte versichert, und wenn ja, in welchem Fall? Zahlt die Versicherung auch, wenn Ihr Handy aus dem Skilift gefallen ist? Scheuen Sie nicht davor zurück, Ihren Versicherungsagenten mit Fragen zu löchern. Die Versicherung ist gesetzlich zur Auskunft verpflichtet.

Was kostet so eine Reiseversicherung überhaupt?

Das kommt ganz darauf an, was Sie von Ihrer Reiseversicherung erwarten. Bedenken Sie jedoch, dass Sie ohne Versicherung ernste finanzielle Probleme bekommen könnten, da bei schweren Unfällen und Co. schnell Schäden in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro entstehen können. Stellen Sie sich vor, Sie hätten beim Klettern einen schweren Unfall erlitten und müssten mit einem Hubschrauber abtransportiert werden, oder Sie hätten sich einen komplizierten Bruch zugezogen und müssten sofort operiert werden.

Die Krankenhäuser sind beim Eintreiben von Schulden sehr unnachgiebig.

Wenn man all das bedenkt, wird klar, dass man in Puncto Versicherung auf keinen Fall am falschen Ende sparen sollte.

Was kostet so eine Reiseversicherung überhaupt?

Wer die Versicherung nach den richtigen Gesichtspunkten auswählt, kommt wahrscheinlich trotzdem günstiger weg als gedacht. Überlegen Sie, welchen Schutz Sie tatsächlich brauchen. Wer zum Beispiel mit einem Rucksack und ohne Wertgegenstände unterwegs ist, wird sicherlich keine Gepäcksversicherung abschließen. Und wer kein Auto mietet, kann ebenfalls auf entsprechende Zusatzleistungen verzichten. Bedenken Sie auch: ein hoher Preis ist oft nicht gleichbedeutend mit der besten bzw. für Sie passendsten Leistung.

Es lohnt also wirklich, sich intensiv mit den unterschiedlichen Angeboten zu beschäftigen. So können Sie bestimmt einen maßgeschneiderten Schutz zusammenstellen, der günstiger ist als eine Standardpolice.

Weitere Aspekte bei der Preisbildung sind Reiseland, Herkunftsland und Alter der Versicherten, aber auch die Dauer des Aufenthalts. Und: Einige geographische Regionen sind in der Versicherung deutlich teurer als andere.

Weitere Tipps zur Wahl der richtigen Police

Abschließend noch einige Tipps für Sie, damit Sie gut informiert auf die Suche nach der besten Versicherung für Sie gehen können:

Mieten von Kraftfahrzeugen und Autos: Autovermietungen lassen Kunden häufig kein Fahrzeug mieten, wenn sie nicht auch gleichzeitig eine Versicherung abschließen. Einige Kreditkartenanbieter, zum Beispiel American Express, bieten ihren Kunden diesen Service jedoch umsonst. Wenn Sie also die Möglichkeit haben, das Fahren mit Mietwagen und Co. über Ihre Versicherung oder Ihren Kreditkartenanbieter günstiger abzusichern, können Sie beim Anmieten des Fahrzeugs möglicherweise bares Geld sparen. Vergleichen Sie die Preise von Policen mit und ohne KFZ-Versicherung also am besten vor dem Abschluss mit den Preisen der Mietwagenanbieter.

Stornierung der Reise: Wenn Ihre Reise aufgrund von höherer Gewalt in letzter Minute storniert wird, sollten Sie sich keine Sorgen über die Kosten machen müssen. Bei einigen Anbietern kann man bis zu 100 % der Reisekosten (Flug, Kreuzfahrt, Hotel, manchmal sogar emotionale Folgen etc.) absichern. Diese Konditionen können mit der Versicherung ausgehandelt werden.

Schäden an Sachen und/oder Personen: In den Vereinigten Staaten werden Haftbarkeit und Verantwortlichkeit des Einzelnen großgeschrieben. Da wundert es nicht, dass die USA die Nation mit den weltweit meisten Schadensersatzklagen gegen Firmen und Privatpersonen sind. Angesichts dieser Tatsache ist es zweifelsohne sinnvoll, vor einer USA-Reise eine Auslandshaftpflichtversicherung abzuschließen. Vielleicht genießen Sie bei Ihrer bestehenden Haftpflichtversicherung aber sogar schon weltweiten Schutz.

Flugverspätungen und -Ausfälle: Manchmal wird man auf einer Reise unerwartet aufgehalten, zum Beispiel durch Streik, Naturkatastrophen, Terroranschläge oder das Ausbrechen eines Krieges. In diesen Fällen braucht man natürlich eine Unterkunft und Verpflegung am Ort des unfreiwilligen Zwischenstopps. Bei einigen Versicherungen sind solche Unpässlichkeiten mit bis zu 250 € pro Tag gedeckt.

Insolvenz der Airline, Reisegesellschaft oder anderer relevanter Anbieter: Viele Versicherer haben ihre Leistungen um die Deckung dieser Fälle erweitert, nicht zuletzt aufgrund der in letzter Zeit häufiger auftretenden Fusionen und Schließungen in der Reisebranche. Eine gute Versicherung wird eine Deckungssumme von mindestens 10.000 € bieten.