Einreisegenehmigung mit ESTA – eine sichere Sache?

Die ESTA-Freigabe zu erhalten heißt, dass ich in die USA per Flugzeug oder mit dem Schiff reisen darf.

Bei der Ankunft in den Vereinigten Staaten wird man von den Beamten des amerikanischen Grenzschutzes, der „Customs and Border Protection“, jedoch noch genau überprüft.

Einreisen darf nur, wer sich nach Meinung der Mitarbeiter des Grenzschutzes in Amerika so verhalten wird, dass er im Land keine Probleme verursachen wird oder gar straffällig wird. Sollten sie den Eindruck haben, dass sich der Reisende nicht an bestehende Gesetze halten wird oder der Verdacht besteht, dass der Einreisewillige das Land nicht zum vereinbarten Termin wieder verlassen wird, so verwehren die Beamten die Weiterreise in die Vereinigten Staaten. Kann man die Beamten also nicht von seiner Glaubwürdigkeit überzeugen, werden diese den Reisenden trotz ESTA-Freigabe an der Einreise hindern, und ihn veranlassen, das Land auf dem schnellsten Wege wieder zu verlassen, obwohl sie im Herkunftsland die ESTA-Freigabe genehmigt haben.

Zwischen ESTA und Einreise steht also immer der amerikanische Grenzschutz, der in Zeiten von hoher Kriminalitätsrate und Terrorgefahr genau hinsehen, wen er einreisen lässt. Was genau man bei der Einreise beherzigen sollte, erklären wir im nächsten Artikel.

1: FAMILIE MÜLLER

1: FAMILIE MÜLLER

Vor kurzem wollten Herr und Frau Müller aus Kiel ihren Sohn Peter besuchen. Er studiert in San Francisco und war schon lange nicht mehr in der Heimat. Um ihm eine besondere Freude zu machen, haben sie einige Leckerbissen von zu Hause mitgebracht, zum Beispiel Holsteiner Katenschinken. Dass die Einfuhr von Fleisch nicht erlaubt ist, haben sie nicht gewusst.

Nichts ahnend haben Müllers also die Einwanderungskontrolle passiert, ohne die Mitbringsel im Zollformular deklariert zu haben. Leider sind sie jedoch in eine zufällige Routinekontrolle geraten und die verbotenen Lebensmittel wurden konfisziert. Mehr noch: die Müllers wurden in einem separaten Raum verhört. Wenn der Grenzschutzbeamte ihnen einen vorsätzlichen Täuschungsversuch unterstellt hätte, hätte er sie trotz zuvor erteilter ESTA-Freigabe direkt wieder nach Hause schicken und mit einem Einreiseverbot für die USA belegen können.

 

2: PETRA

2: PETRA

Petra ist Deutsche und hat viele Freunde und Verwandte in Amerika. In den letzten Jahren war sie besonders oft dort und hat auch schon versucht, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Bei ihrer letzten Reise nach Miami kam dann das böse Erwachen: bei der Überprüfung durch den Grenzbeamten am Flughafen wurde festgestellt, dass sie bei ihrem letzten Besuch die 90 Tage überschritten hatte, die man sich legal mit einer ESTA-Freigabe in den USA aufhalten darf.

Die Ein-und Ausreisedaten aller Besucher der Vereinigten Staaten werden automatisch gespeichert. Davon bekommen Passagiere nicht immer unbedingt etwas mit, Verstöße gegen die Einwanderungsbestimmungen bleiben aber nie unbemerkt. Wer versucht, das System „auszutricksen“, kommt also nicht weit – auch nicht mit der genehmigten ESTA-Freigabe.
Die Beamten haben Petras ESTA-Reisegenehmigung natürlich für ungültig erklärt und sie mit dem nächsten Flug nach Deutschland zurück geschickt. In Zukunft wird sie vor jeder USA-Reise ein reguläres Visum bei einer amerikanischen Botschaft beantragen müssen – es wird allerdings sehr schwierig, unter diesen Umständen überhaupt noch ein Visum zu bekommen.

Wichtige Adressen und Telefonnummern von US-Botschaften und Konsulaten in Deutschland:

Botschaft der Vereinigten Staaten in Berlin

Pariser Platz 2

10117 Berlin

Telefon: +49 (0)30 83050

Amerikanisches Generalkonsulat Frankfurt

Gießener Straße 30

60435 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 75350

Amerikanisches Generalkonsulat München

Königinstraße 5

80539 München

Telefon: +49 (0)89 28880